Bibliotheks-Titel zum zweiten Mal nach Pieschen vergeben
Zahlreiche Veranstaltungen und der Jungen-Leseclub brachten den Titel ein
Die Pieschener Stadtteilbibliothek hinter dem Rathaus in der Bürgerstraße 63 ist am
Donnerstag als Dresdner Bibliothek des Jahres ausgezeichnet worden. Sie erhielt diesen Titel als
Einzige schon zum zweiten Mal nach acht Jahren. Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) wertete
das als Zeichen für echten Wettbewerb, denn bei 19 Bibos sei der Titel erst zum elften Mal vergeben
worden. Er lobte die Einrichtung vor allem für die Vielzahl ihrer Veranstaltungen. 734 Treffen,
Führungen und Ausstellungen wurden von ihr organisiert – so viele wie von keiner anderen. Ebenso
erbrächten die Mitarbeiter ein unerreichtes Arbeitsprogramm. Lunau zollte ihnen dafür Respekt und
sprach seinen Dank aus.
Ganz besonders wurde ein Leseclub für Jungen hervorgehoben, den die Bibo Pieschen voriges Jahr
als erste Dresdner Stadtteilbibliothek gegründet hat. Dies geschah im Rahmen der Zielgruppenarbeit,
die die Mitarbeiter auf die Jungen konzentriert hatten. Die Klasse 4c der 41. Grundschule „
Elbtalkinder“ aus der Micktener Hauptmannstraße gratulierte der Bibo mit einem kleinen Programm.
Sie rockten als Schülerband, sangen das Lied von Käptn Louis und trugen Geschichten vor. Zuletzt
dankten sie der Leiterin Silke Zimmermann „für die vielen schönen Stunden in der Bibliothek“, vor
allem für die Lesenacht.
Gegen den Trend konnte die Bibo Pieschen im vorigen Jahr bei den Entleihungen um 10,3 Prozent
gegenüber 2008 zulegen. Sie verzeichnete über tausend Neuanmeldungen, ein Plus von 11,3 Prozent.
Insgesamt ging die Zahl der Ausleihen bei den Dresdner Bibliotheken im vorigen Jahr erstmals seit
2001 leicht zurück. Das wird als Folge eines verbesserten Zugangs zum Internet gewertet. Vor allem
CDs wurden weniger gefragt. Sachliteratur wurde deutlich weniger verliehen. Bücher vor allem für
Kinder lagen weiter hoch im Kurs.