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Der Stadtfestverein gibt auf. Er wird das Volksfest nicht mehr organisieren. Hintergrund ist
eine Forderung über eine Nachzahlung der Mehrwertsteuer für die Jahre 1998 bis 2005 in Höhe von
fast 150000 Euro plus Zinsen. Dabei wurde der Stadtfestverein 1997 gegründet, um jährlich ein Fest
für die Dresdner zu organisieren. Seine rund 300 Mitglieder arbeiten fast ausschließlich
ehrenamtlich. Dennoch reicht dies für die Gemeinnützigkeit nicht aus. Der Fiskus verlangt eine
19-prozentige Mehrwertsteuer. „Wir können aus diesem Grund nicht mehr länger Träger des Stadtfestes
sein“, sagt Vereinsvorsitzender Frank Müller-Eberstein. Für das fröhliche Treiben am jeweils
dritten Augustwochenende werden rund 400000 Euro benötigt, die überwiegend von Sponsoren
aufgebracht werden. Im vergangenen Jahr hat die Stadt das Fest mit 50000 Euro bezuschusst. Doch es
sei unsinnig, das städtische Geld auch noch zu versteuern.
Mit der Nachzahlungsforderung stand der Verein vor der Insolvenz. „Mit so einer Höhe haben wir
nicht gerechnet“, sagt Müller-Eberstein. Es seien Rücklagen von rund 90000 Euro gebildet worden,
doch die reichten nicht aus. Da das Stadtfest im vergangenen Jahr mit einem Gewinn abgeschlossen
hatte, plünderte der Verein zunächst dieses Konto. Doch weil es damit nicht getan war, musste die
Stadt einspringen. Frühere Vereinsvorstände haben das Steuerproblem nicht genügend beachtet. „Aber
das Thema ist jetzt glücklicherweise vom Tisch. Seit 2006 haben wir die Steuern regelmäßig bezahlt“
, erläutert Müller-Eberstein.
Zur Vorstandssitzung am Mittwoch diskutiert der Verein über ein neues Konzept. „Es gibt zwei
Möglichkeiten, entweder wir bringen uns weiterhin ehrenamtlich ein und unterstützen das Stadtfest
oder der Verein löst sich auf“, sagt Vorstandsmitglied Eberhard Rink. Vorsorglich wurde zur letzten
Mitgliederversammlung am 10. November schon mal die Satzung geändert. Jetzt können drei Viertel der
Anwesenden – und nicht mehr alle noch knapp 300 Mitglieder – die Auflösung beschließen. Mehrere
sind schon ausgetreten. „Für mich hat der Verein keine Existenzgrundlage mehr“, begründet
Feldschlößchen-Vorstand Manfred ten Bosch seinen Schritt. Aber das ändere nichts an der künftigen
Unterstützung seiner Brauerei für das Stadtfest. Vielleicht sollte das Fest etwas kleiner
werden.
Vorerst will die Stadt die Dresden Marketing GmbH mit der Organisation des Festes beauftragen. „
Im nächsten Jahr soll das Stadtfest vom 27. bis 29. August stattfinden“, kündigt Marketing-Chefin
Bettina Bunge an. Anfang Dezember gebe es ein Treffen mit potenziellen Sponsoren. Künftig soll
Dresden jährlich unter einem bestimmten Thema beworben werden. Für 2010 ist „Dresden – weltoffene
Metropole der Kunst vorgesehen“. Für das Stadtfest gibt es bisher den Arbeitstitel „Kunst und
Genuss“.
Quelle: Sächsische Zeitung
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