Dresdner Stadtmarketingchefin gegen Tourismus-Abgabe
Gäste sollen mit zusätzlichen Attraktionen begeistert werden
Dresdens Marketingchefin Bettina Bunge lehnt momentan eine Zwangsabgabe für Gäste der Stadt ab. Wie die Managerin am Freitag im Interview mit der Nachrichtenagentur ddp betonte, sprächen sich Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und sie gegen eine solche Abgabe aus. So etwas könne nur "der letzte Ausweg sein", sollten die für die Vermarktung benötigten zusätzlichen Gelder aus der Wirtschaft nicht zusammenkommen."Weder eine Zwangsförder-Abgabe noch eine Bettensteuer oder ein Tourismuscent sind für Dresden wünschenswert", sagte Bunge. Gerade, weil es für die Stadt in der Außenwirkung nicht förderlich sei, fügte sie hinzu. Städte, die eine Abgabe eingeführt hätten oder dies planten, 'haben sich mit juristischen Bedenken aber auch öffentlicher Kritik auseinandersetzen müssen".
"Um zukünftig national und international wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen aber zusätzliche Gelder aus der Wirtschaft für das Stadtmarketing generiert werden", sagte Bunge. Sollte dabei mittelfristig kein Kooperationsmodell greifen, werde sicher die Überlegung einer Bettensteuer oder Kulturabgabe "wieder aufkommen". Eine solche Abgabe müsste dann aber für die Besucher inhaltlich nachvollziehbar sein und einer juristischen Prüfung standhalten, bevor sie umgesetzt werde. Laut Bunge ist es indes sinnvoller, Gäste mit neuen und bewährten Attraktionen zu begeistern und nicht "um einen zusätzlichen Euro zu erleichtern". Dresden sei aber zuversichtlich, dass mit dem örtlichen Tourismusverband und der Wirtschaft in naher Zukunft ein Kooperationsmodell realisiert werden könne. Gänzlich ausschließen lasse sich eine solche Abgabe vor dem Hintergrund zunehmend begrenzter finanzieller Mittel jedoch nicht.