Prüfungsangst, Leistungsdruck oder Zukunftssorgen. Viele Studenten plagen psychische Probleme. „
Die neuen Bachelor-Studiengänge erhöhen den gefühlten Stress“, erklärt der Generalsekretär des
Deutschen Studentenwerkes Achim Meyer auf der Heyde. Immer mehr suchen deshalb professionelle
Hilfe, wie eine aktuelle Studie beweist. Allein im vergangenen Jahr nutzten ihr zufolge 20 Prozent
mehr Studenten die psychologischen und sozialen Beratungsangebote des Studentenwerkes.
Aber nicht alle finden den Mut, sich helfen zu lassen. Viele bleiben lieber anonym. Wer seinen
Kummer aber trotzdem von der Seele reden möchte, kann ab sofort bei der Dresdner Nightline anrufen.
Bei dem Telefonservice sitzen jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 21Uhr bis 1 Uhr zwei
Studenten am anderen Ende der Leitung und hören bei Problemen zu. Ein Anruf kostet dabei so viel
wie ein normales Stadtgespräch. „Bis jetzt sind es hauptsächlich Psychologiestudenten, die dabei
sind“, sagt der 24-jährige Initiator Peter Kleinke. Sie wollen bei der Nightline vor allem
praktische Erfahrungen sammeln und die Theorie aus der Vorlesung testen. „Aber es können auch alle
anderen Studenten mitmachen“, erklärt der Werkstoffwissenschaften-Student.
Peter weiß, dass die Studenten sicher nicht für jedes Problem eine Lösung finden können. „Aber
die Nightline wird jedem um Rat Suchenden die volle Aufmerksamkeit schenken“, sagt Peter. Er betont
auch, dass sich das Projekt nicht nur um Probleme im Studienalltag kümmert, sondern auch beim Krach
in der WG oder bei Heimweh der richtige Ansprechpartner ist. Die Idee für so eine Hotline ist nicht
neu. Vor allem in den USA sind sie weit verbreitet. Auch in deutschen Städten wie Heidelberg,
Freiburg und Hamburg haben sie mittlerweile großen Erfolg. Deshalb wollte die Dresdner
Studentenstiftung auch in der sächsischen Landeshauptstadt so einen Service anbieten.
Die Umsetzung begann mit dem Campuslauf im vergangenen Semester. Dieser von der
Studentenstiftung organisierte Wettbewerb ermöglichte die Startfinanzierung. „Weitere Sponsoren
werden trotzdem dringend gesucht, sonst können wir die Schulungen und technischen Geräte nicht
dauerhaft finanzieren“, erklärt Peter. Bei den Lehrgängen vermitteln Profis das nötige Wissen.
Beispielsweise lernen die Studenten, wie sie auf verschiedene Situationen reagieren. So müssen sie
Anlaufstellen für professionelle Hilfe parat haben oder locker bleiben können, wenn sich jemand
einen Spaß erlaubt. Informationen gibt es unter http://www.nightline-dresden.de .
Quelle: Sächsische Zeitung