Seit September 2009 restauriert Dipl. Rest. Sabine Bendfeldt das berühmte Canaletto-Gemälde "Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke" (1748)
Seit September 2009 restauriert Dipl. Rest. Sabine Bendfeldt das berühmte Canaletto-Gemälde „
Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke“ (1748). Stück für Stück nimmt sie den
Firnis an dem 133 x 237 cm großen Bild ab. Die darunter liegende originale Bildoberfläche zeigt
sich in einem über 250 Jahre gealterten Zustand. Die Farbschichten bringen unter anderem Retuschen
vergangener Jahrzehnte zu Tage. Diese Übermalungen waren dem Versuch geschuldet, den Verfall des
lichtempfindlichen filigranen Blaus aufzuhalten, welches Bernardo Bellotto, genannt Cannaletto,
verwendete. Jetzt werden diese alten Restaurierungsmaßnahmen unter dem Mikroskop sorgfältig
abgetragen. Der nächste Schritt ist eine angemessene Ergänzung der Fehlstellen, welche zuvor eine
genaue Analyse der verwendeten Pigmente erfordert.
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden arbeiten dabei eng mit der Hochschule für Bildende
Künste in Dresden zusammen. Professor Dr. Christoph Herm leitet die naturwissenschaftlichen
Untersuchungen im Labor für Archäometrie. Erstmals seit der Renovierung des Hochschulgebäudes auf
der Güntzstraße ist es möglich, einen Blick in die neueingerichteten Laborräume und die erweiterten
Möglichkeiten der Analytik zu erhalten. Schon kleinste, kaum sichtbare Substanzproben aus dem
berühmten Dresden-Panorama erlauben eine präzise Bestimmung der Farbpigmente, die Canaletto
verwendete. Die Erfahrung aus der Restaurierung anderer Canalettos legt die Vermutung nahe, dass
der Künstler auch hier das im 18. Jh. neu entdeckte Preußischblau verwendet hat. Hinweise hierauf
konnten schon gewonnen werden. Prof. Herm wird die Pigmentanalyse unter dem Infrarot-Mikroskop und
dem Rasterelektronen-Mikroskop vorstellen. Hinzu kommen farbige Querschliffbilder aus dem
Auflichtmikroskop. Die gesicherten Ergebnisse der Untersuchungen sind wegweisend für das weitere
Vorgehen bei der Restaurierung des Gemäldes.