Zum fünften Mal lädt der Kunstfonds in seine Depoträume ein, um die 2007 begonnene Reihe „
Schaudepot“ - diesmal mit „Arbeitsbildern“ - fortzuführen. Für kurze Zeit öffnet sich das Depot im
Rahmen von Führungen für einen Blick hinter die Kulissen und dem Publikum wird eine ausgewählte
Werkgruppe zugänglich gemacht.
Der arbeitende Mensch, ein wiederkehrendes Motiv der Bildenden Kunst, war in der DDR ein
zentrales Thema. Aufgrund der behaupteten „führenden Rolle der Arbeiterklasse“ forderte die
Kulturpolitik Arbeits- und Arbeiterbilder. So entstanden Arbeiterporträts, Alltagsszenen aus dem
Berufsleben (einschließlich Schichtbeginn, Pausen und Feierabend), Werksbilder sowie
Industrielandschaften. Schaudepot #5 geht anhand einer Auswahl von Gemälden und Grafiken
sächsischer Künstlerinnen und Künstler der Entwicklung dieser Werkgruppe vor dem Hintergrund
wechselnder politischer Ansprüche nach. Die Ausstellung schließt auch Beispiele laienkünstlerischer
Werke von Arbeitern ein, die in Kunstzirkeln in Betrieben entstanden sind. Sie sind Zeugnisse des „
Bitterfelder Weges“, wonach Künstler in die Betriebe gehen, den Arbeitsalltag selbst erleben und
die Arbeiter zu eigenem Kunstschaffen anleiten sollten. Die Erweiterung der Ausstellung um
zeitgenössische Fotografien verdeutlicht Veränderungen in der Reflektion von Arbeit in der
Bildenden Kunst unter neuen gesellschaftlichen Voraussetzungen und lädt zur Diskussion um die
Bedeutung von Arbeit heute ein.
Gezeigt werden Werke unter anderem von Jan Buck, Wilfried Falkenthal, Lutz Fleischer, Ulrich
Hachulla, Alfred Hesse, Gunter Jacob, Gerda Lepke, Stefan Plenkers, Wilhelm Rudolph, Helfried
Sander, Christine Schlegel und Werner Tübke sowie von Stefan Schröder. In der Veranstaltungsreihe „
Schaudepot“ stellt der Kunstfonds dem Publikum seit 2007 in loser Abfolge kleine Werkgruppen aus
den Depotbeständen direkt in den Depoträumen vor. „Arbeitsbilder“ folgt auf „Aufbaubilder“ 2007, „
Reisebilder“ und „Weibsbilder“ 2008 und die „Gruppenbilder“ 2009. Zugänglich sind die Räume nur im
Rahmen von Führungen nach telefonischer Voranmeldung unter 0351/31 403 10, jeweils dienstags
(23.03., 30.03., 06.04., 13.04., 20.04., 27.04., 04.05.) um 16.30 Uhr.
Quelle: Staatliche Kunstsammlungen Dresden